Plagegeister Würmer

Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen

Wie oft muss ich meinen Hund und meine Katze eigentlich entwurmen? Diese Frage war bisher gar nicht so einfach zu beantworten, denn es fehlten konkrete Fakten. Vor kurzem hat das European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (eine unabhängige, veterinärparasitologische Organisation, deren Ziel es ist, Richtlinien zur Parasitenbekämpfung zu erarbeiten) eine praxisrelevante, fachlich fundierte Empfehlung für die Bekämpfung von Würmern bei Hunden und Katzen herausgegeben. Würmer die häufig vorkommen, die die Gesundheit von Hund und Katze ernsthaft bedrohen oder eine Gefahr für den Menschen darstellen sollen bekämpft werden. Es sind dies vor allem die Spulwürmer Toxocara canis und Toxocara cati und Hackenwürmer, der Fuchsbandwurm sowie der Hundebandwurm Echinococcus multilocularis.

Zoonosen - Gefahr für den Menschen

Spul-und Hakenwürmer können von Hund und Katze auf den Menschen übergehen. Nimmt ein  Mensch infektiöse Spulwurmeier auf, kann es zu einer Wanderung der Larven über die Blutbahn in Gewebe und Organe kommen. Es können Nervenbahnen, Auge und oder Gehirn Schaden nehmen. Umso wichtiger ist es ein Ausscheiden von Spulwurmeiern bei Hunden und Katzen zu verhindern. Fuchs und Hundebandwurm können ebenfalls auf den Menschen übertragen werden, wenn dieser Wurmteile aufnimmt. Tiere scheiden die Wurmteile mit dem Kot aus oder werden auf dem Fell getragen. Infolge dessen kann es beim Menschen zu einer gefährlichen Zystenbildung in der Leber oder anderen Organen kommen, die aufwendig behandelt werden müssen und im Falle des Fuchsbandwurmes sogar zum Tode führen können

 Wie stark sind die Tiere gefährdet

Die zentrale Frage ist: Welche Gelegenheit hat des einzelne Tier sich mit oben genannten Würmern anzustecken? Mit Spul-und Hakenwürmer können sich Hund und Katze bereits über die Muttermilch anstecken, bei Hundewelpen ist auch eine Übertragung im Mutterleib möglich. Später stecken sie sich an, in dem sie Wurmeier die von anderen Tieren mit dem Kot ausgeschieden wurden, aufnehmen. Möglich ist dies bei allen Tieren. Nicht nur bei Tieren mit einem Auslauf. Auch 20% der Wohnungskatzen weisen einen Spulwurmbefall auf. Dies weist darauf hin, dass infektiöse Wurmeier aus dem Freien durchaus auch in die Wohnung getragen werden, zum Beispiel über die Fußmatte und Schuhe.

Mit dem Fuchsbandwurm können sich Hunde und Katzen anstecken, vor allem dann wenn sie wilde Nagetiere (Mäuse, Ratten etc.) fressen. Eine Infektion mit dem Hundebandwurm droht dagegen,  wenn Hunde mit rohem Fleisch oder Innereien ernährt werden, wenn diese zuvor nicht ausreichend erhitzt  (10 Minuten, 65 ° C Kerntemperatur)oder gefroren (1 Woche -17 bis -20  ° C) wurden. Der Gurkenkernbandwurm Dipylidium caninum wird vorwiegend über Flöhe übertragen. Hunde und Katzen stecken sich an, indem sie infizierte Flöhe aus dem Fell abschlecken und ab schlucken.

Wie oft entwurmen

Aufgrund der verschiedenen Ansteckungswege ist das Risiko für einen Wurmbefall je nach Alter, Haltungsform, Ernährung und Nutzung von Hund und Katze unterschiedlich hoch. Es ist abzuwägen ob der Vierbeiner freien Auslauf hat, mit rohem Fleisch ernährt wird oder Mäuse frisst, ob er im Zwinger untergebracht  oder mit anderen Tieren zusammen ist .Auf Basis des Umfeldes kann das Risiko eines Wurmbefalles individuell eingeschätzt und ein sinnvoller Entwurmungsplan erstellt werden.

  • Kann das individuelle Risiko eines Tieres nicht eingeordnet werden und sind parasitologische Kotuntersuchungen nicht erwünscht oder möglich sind mindestens 4 Wurmbehandlungen pro Jahr zu empfehlen
  • In Einzelfällen kann eine monatliche Entwurmung gegen Spulwürmer sinnvoll sein da damit ein Ausscheiden infektiöser Spulwurmeier weitgehend ausgeschlossen werden kann ( z.B. bei hohen Infektionsrisiko und engem Kontakt des Tieres zu Kleinkindern)
  • Für Hunde und Katzen mit regelmäßigen unbeaufsichtigten Auslauf, die wilde Nagetiere oder Aas fressen oder zur Jagd geführt werden, wird eine monatliche Entwurmung gegen Bandwürmer empfohlen
  • Hunde die rohes Fleisch , insbesondere Innereien wie Leber und Lunge erhalten das zuvor nicht ausreichend erhitzt oder gefroren wurde , sollten alle 6 Wochen gegen Bandwürmer behandelt werden
  • Im Rahmen eines Flohbefalles ist eine Behandlung gegen Bandwürmer vorzunehmen
  • Hundewelpen sollen in der 2ten, Katzenwelpen in der 3ten Lebenswoche gegen Spulwürmer behandelt werden anschließend in 2 Wöchigen Abständen bis 2 Wochen nach Aufnahme der letzten Muttermilch

Alternativ zur Entwurmung  können  Kotuntersuchungen vorgenommen werden. Damit wird aber nicht verhindert, dass zwischen den Untersuchungen über mehrere Wochen infektiöse Wurmeier ausgeschieden werden können. Wichtig ist, dass diese Untersuchungen regelmäßig (genau so oft wie die empfohlenen Entwurmungen) durchgeführt werden und die zu untersuchende Probe (mindestens 4 Gramm) über drei Tage hinweg gesammelt wird. Bei einem positiven Ergebnis muss das Tier genau nach Anweisung eines Tierarztes entwurmt werden und danach neuerlich eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden.