Kaninchenhaltung

Kaninchen sind Rudeltiere und brauchen unbedingt mindestens einen Artgenossen, mit dem sie zusammen fressen können, sich gegenseitig putzen können oder auch nur zusammen in der Ecke liegen können.
Die beste Konstellation besteht aus einem Weibchen und einem kastrierten Rammler. Die Zusammenhaltung von zwei Weibchen oder zwei Rammlern geht in den meisten Fällen (ca. 95% aller Fälle) schief.
Kaninchen und Meerschweinchen
…sind keineswegs zusammen zu halten!

Kaninchen und Meerschweinchen bilden nur eine Notgemeinschaft, die für den Menschen vielleicht harmonisch aussehen mag. Sie „sprechen” verschiedene Sprachen, können sich daher untereinander nicht verständigen und haben zudem auch verschiedene Verhaltensweisen. Wenn Kaninchen und Meerschweinchen beispielsweise miteinander kuscheln, heißt es noch lange nicht, dass sie sich lieb haben. Kuscheln bedeutet nämlich in beiden Arten etwas anderes.

Meerschweinchen kuscheln normalerweise nur, wenn sie ängstlich, unsicher oder noch sehr jung sind. Kaninchen putzen sich gegenseitig, weil dieses zur täglichen Fellpflege wichtig ist, Meerschweinchen dagegen putzen sich im Normalfall selbst und nicht gegenseitig. Außerdem quieken Meerschweinchen doch ziemlich laut, welches für die empfindlichen Kaninchenlöffel nicht sehr angenehm ist. Eine Haltung von einem Kaninchen und einem Meerschweinchen kann bewirken, dass diese beiden verschiedenen Tiere vereinsamen, weil sie mit ihrem Partner einfach nichts anzufangen wissen. Daher schließt sich auch grundsätzlich die Zusammenhaltung eines Kaninchens mit einer anderen Tierart aus.

Anschaffung

Sie haben sich entschieden, sich Kaninchen anzuschaffen und können ihnen all das bieten, was sie brauchen. Denken Sie auch an die Kosten. Zuerst einmal für das Gehege, dann täglich für das Futter und schließlich auch an die Tierarztkosten, es sollte auch immer ein bisschen Geld zurückgelegt werden, falls eines Ihrer Kaninchen einmal krank wird. Schauen Sie doch zuerst in Tierheimen, Kaninchenschutzorganisationen oder bei privaten Vermittlungen. Der Kauf von Kaninchen in Zoohandlungen oder bei Züchtern ist nicht unbedingt ratsam. Dort werden die Jungtiere meist viel zu früh von der Mutter getrennt und haben viel vom Sozialverhalten noch nicht gelernt.

Außerdem gibt es viele Züchter, die die Häsinnen viel zu oft werfen lassen und ihre Kaninchen nur in sehr kleinen Boxen halten, dies soll aber nicht allgemein gesagt sein, es gibt auch mehrere Züchter, die ihre Kaninchen halbwegs artgerecht unterbringen und eine zu frühe Trennung von der Mutter vermeiden. Kaninchen aus dem Tierheim oder anderen Organisationen zu holen, bietet den Vorteil, dass die Rammler normalerweise bereits kastriert sind und Sie vielleicht sogar schon einPärchen bekommen können.

Mindestanforderungen für die Haltung von Kaninchen

Die Mindestanforderungen an die Haltung von Hauskaninchen wurden in der Anlage 9 zur 1. Tierhaltungsverordnung festgelegt. Diese Sonderbestimmungen sind allerdings auf die nutztierartige Haltung zugeschnitten und entsprechend in keinster Weise den physiologischen und ethologischen Bedürfnissen.Über die Haltung von Kaninchen in privater Obhut befasst sich die ÖNORM S 1004 und sollten diese festgelegten Empfehlungen unbedingt eingehalten werden.
Platzangebot bzw. Bewegungsfreiheit:
Für Kaninchen mit einem Körpergewicht bis zu 4 kg wird eine Bodenfläche von mindestens 3.500 cm2 pro Tier empfohlen. Die besatzunabhängige Mindestfläche der Unterkunft soll mindestens 7.000 cm2 betragen, was z.B. einer Grundfläche von 140 cm x 50 cm entspricht. Die Käfige müssen rechteckig sein. Gitterkäfige müsse querverdrahtet und aus korrosionsbeständigen, nicht reflektierenden Material bestehen. Die Gitterweite muss so gewählt werden, dass ein Hängenbleiben ausgeschlossen werden kann.

Die Käfighöhe sollte so ausgelegt sein, dass sich das größte Tier im Käfig ungehindert aufrichten kann. Die zweite Ebene z.B. das Flachdach eines Häuschens sollte zusätzlich als Liegefläche benutzt werden können. Die Tiere sollten täglich die Möglichkeit zum Auslauf außerhalb des Käfigs haben, wobei ihnen z.B. eine mit Chinchilla Badesand befüllte Katzentoilette auch das graben ermöglicht werden sollte.
Ausstattung der Unterkünfte und Bewegungsmöglichkeiten:

Käfige und Gehege müssen Rückzugs- und Deckungsmöglichkeiten aufweisen und mit einer zweiten Ebene ausgestattet sein, auf Artikelder die Kaninchen entspannt ruhen können. Es muss ständig geeignetes und unschädliches Material zum Nagen zur Verfügung stehen (z.B. gesundheitlich unbedenkliches Holz).

Bodenbeschaffenheit und Einstreu:

Der Käfigboden muss gleichmäßig mit saugfähigem und unschädlichem Substrat eingestreut werden. Die Einstreu muss so beschaffen sein, dass der gesamte Boden gleichmäßig rutschsicher bedeckt ist. Katzenstreu darf nicht als Einstreumaterial verwendet werden.

Sozialkontakt:
Kaninchen sind Rudeltiere und brauchen unbedingt mindestens einen Artgenossen, mit dem sie zusammen fressen können, sich gegenseitig putzen können oder auch nur zusammen in der Ecke liegen können. Die Routinebetreuung der Tiere umfasst insbesondere die regelmäßige Versorgung mit ausreichender Menge Futter und Wasser die Reinigung der Unterkünfte und des Zubehörs, das Wechseln der Einstreu und die Kontrolle des Gesundheitszustandes.
Ernährung (erwachsene Tiere):

Kaninchen sollten langsam an neue Futtersorten gewöhnt werden, da ihre Verdauung sehr empfindlich ist und es schnell zu Durchfall oder Verstopfungen kommen kann. Heu ist das Grundnahrungsmittel von Kaninchen, daher muss es rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Heu fördert den Zahnabrieb und die Verdauung. Auch sauberes Wasser muss immer vorhanden sein.

Futtermenge :

Für ein Kilogramm des Körpergewichts eines Kaninchens rechnet man 100Gramm Frischfutter pro Tag. Für ein Kaninchen, welches ein Körpergewicht von 2 Kilogramm hat, wären es dementsprechend 200 Gramm Frischfutter pro Tag. Zusätzlich zum Frischfutter sollte es unbedingt noch Heu geben, welches in ausreichender Menge zur Verfügung stehen sollte.

Nippeltränken:

Nippeltränken veranlassen Kaninchen dazu, eine unnatürliche Körperhaltung einzunehmen. In der freien Natur trinken Kaninchen aus Pfützen oder Bächen, nicht aus Nippeltränken. In solchen Tränken sammeln sich schnell Algen, die man schlecht entfernen kann und welche gesundheitsschädlich sind. Geben Sie das Wasser doch lieber in schweren Näpfen.

Diese können nicht von den Kaninchen umgestoßen werden, lassen sich schnell säubern und befüllen. Außerdem kann man so einen Napf überall ins Gehege stellen und man braucht keinen Platz zu suchen, an dem man die Nippeltränke aufhängen kann.