Wildkatzen im Wohnzimmer

Seit einiger Zeit macht sich in der Katzenzucht ein sehr bedenklicher Modetrend bemerkbar: Das Kreuzen von kleinen Wildkatzenarten, wie Serval (in Afrika beheimatet)  Serval  oder Karakal (in Afrika, Asien und Arabien beheimatet)  Karakal  mit heimischen Hauskatzen. Offensichtlich ist der Wunsch mancher Menschen nach exotisch wirkenden Tieren genügend Grund um solche züchterischen Versuche zu machen. Wie so oft wird dabei keine Rücksicht auf die Tiere selbst genommen!

 1980 soll es erstamls gelungen sein einen Serval mit einer Siamkatze zu verpaaren.

 Die Nachkommen werden als “Savannah-Katze” bezeichnet.

Seit Mitte der 90er Jahre ist diese Katzenrasse etabliert. Ein aktueller Modetrend besteht darin, den Karakal oder auch als Wüstenluchs bezeichnete Wildkatzenart  mit Abessinierkatzen zu kreuzen. Die Nachkommen werden als “Caracat” bezeichnet.  

Caracat

Aus der Sicht des Tierschutzes sind solche Kreuzungen abzulehnen, da sie mit einer Reihe von Tierschutzproblemen verbunden sind. Die beiden Wildkatzenarten Serval und Karakal unterscheiden sich in Größe, Gewicht und Trächtigkeitsdauer deutlich von der Hauskatze. Sowohl bei der Anpaarung als auch bei der Trächtigkeit und der Geburt treten erhebliche Probleme auf. Bei einer Schulterhöhe von 45cm (Karakal) -60cm (Serval) und einem Körpergewicht von 18 kg - 20 kg sind beide Arten der Hauskatze deutlich überlegen, sodaß die Hauskatze bei der Paarung z.B. durch den Nackenbiss schwer verletzt oder gar getötet werden kann. Bei einer erfolgreichen Deckung beginnt dann erst der Leidensweg des Muttertieres. Bei den genannten Wildkatzenarten beträgt die Trächtigkeitsdauer 70-74 Tage, die Hauskatze hingegen trägt nur 58-63 Tage. Es kommt daher häufig zu Früh- Fehl- oder Totgeburten. Schwergeburten sind an der Tagesordnung, da die Mischlingföten ja viel größer sind als ungeborene Hauskatzen. D.h. wiederum, daß sehr oft ein Kaiserschnitt notwendig ist zum entbinden.

Solche Mischlingskatzen stellen auch an einen Halter viel höhere Anforderungen als die übliche Hauskatze. Zwar wird einerseits behauptet, daß Caracas keineswegs gefährlich seien, andererseits verkaufen US-amerikanische Züchter ausschließlich “entkrallte” Tiere und auch diese nur an Haushalte, in denen keine Kinder unter 12 Jahren leben!

In Australien z.B. wird die Einfuhr von “Savannah Katzen” u.a. aus Artenschutzgründen untersagt, da sie der Hauskatze auch bei der Jagd deutlich überlegen ist und daher eine Gefahr für die heimische Tierwelt darstellen kann.

Man kann nur hoffen, daß dieser Trend der Verpaarung von Wildkatze und Hauskatze nicht auch bei uns Einzug hält!